Teupitzer Stadtwappen, Stadtfahne und drei Teupitz-Lieder

Wappen und Fahne

Auf der Grundlage des Stadtsiegels aus dem Mittelalter beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 22. April 1927 die Originalfassung des Wappens: „Das Stadtwappen zeige auf silbernem Schilde einen bläulichen nach links  gerichteten Karpfen über bewegtem, grünem  Wasser, darüber ein schwarzes Kreuz, von zwei naturalistischen Wasserlilien mit grünen Stängeln nebst Blättern und gelben Blüten besaitet.“

Diesem Beschluss lag auch zugrunde, dass  von der Weimarer Republik 1927 der bis dahin rechtlich selbständige Schlossbezirk aufgelöst und in die Stadt eingegliedert wurde.

Auf der gleichen Versammlung wurde erstmals die neu geschaffene Stadtfahne entrollt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Ausgehend von den Teupitzer Stadtfarben grün und weiß umschlossen zwei lindgrüne Felder das mittlere weiße Feld mit dem Stadtwappen. Der Bürgermeister sprach den Wunsch aus, dass die Stadtfahne in bösen wie in guten Tagen die Bürgerschaft zur Einigkeit mahnen möge.

 

Die Wiedereinführung der kommunalen Selbstverwaltung 1990 veranlasste die Stadtverordneten, das Wappen intensiver zu nutzen und 2009 seine Originalfasssung  wieder herzustellen.

Zur Bedeutung des Wappens

Die grünen Wellen des Wappens symbolisieren den wichtigsten Reichtum der Stadt, den Teupitzer See. Seine Schönheit, sein Fischreichtum, sein Erholungswert und seine Eignung als Wasserstraße  veranlassten die Stadtväter 1927, den Zusatznamen „Teupitz am See“  zu beantragen. Seinem See verdankt die Stadt, dass sie um 1900, 200 Jahre nach Untergang als Residenzstadt, als Sommerfrische  von der Berliner- und Brandenburger Personenschifffahrt und als Mekka von den Rudersportlern entdeckt wurde.

Der nach links gerichtete Karpfen verdeutlicht den Fischreichtum des Sees und die bedeutsame Rolle, die der gewerblichen Fischerei und dem Angelsport in der Geschichte der Stadt beigemessen wurde und wird.

1862-1864 unternahm der Schlossherr Baron von Parpart auf dem Teupitzer See den verdienstvollen ersten Versuch einer Forellen- und Lachszucht in Brandenburg, der jedoch an bürokratischen und wirtschaftlichen Hemmnissen scheiterte.

Im 19. Jahrhundert fand hier jedes Jahr im Januar oder Februar ein Volksfest anlässlich des „Zanderzuges“ statt. Dabei fegten die Fischer mittels weitgespannter Netze die Zander unter der Eisdecke in eine ihnen bekannte Vertiefung und schöpften sie dann aus der fischgefüllten Tiefe heraus.

Große Verdienste erwarb sich von Parpart bei der Gründung des Deutschen Fischereivereins 1870 und folgend des Brandenburgischen Fischereivereins.

Der Schritt vom Angeln als Adelsprivileg zum Volkssport wurde 1921 durch die Gründung des Arbeiter-Angler-Bundes Deutschlands vollzogen, unter dessen Schirmherrschaft in Teupitz 1923 der „Anglerclub Früh auf“ gegründet wurde.

Die zwei Wasserlilien, die am See einst sehr verbreitet waren, weisen hin auf die natürliche Schönheit der Region, einer „Perle der Mark“, wie sie von den Sommerfrischlern um 1900  getauft worden ist.

Das schwarze Tatzenhochkreuz  bekundet die Tatsache, dass die  deutsche Ostkolonisation  im 13. und 14. Jahrhundert mit der Christianisierung und der Verdrängung von Religion, Sitten und Gebräuchen der wendischen Bevölkerung einherging. Es verdeutlicht die einst enge Verflechtung von weltlicher und kirchlicher Macht in der Geschichte der Stadt und die heute aktive Rolle der christlichen Gemeinde auf dem Verfassungsgrundsatz der Trennung von Staat und Kirche.

Die nicht selten verwendete Mauerkrone ist nur als historisches und eher irreführendes Beiwerk zu sehen, das wegen der nie vorhandenen Stadtmauer und dem dörflichen Charakter der Stadt in der Originalfassung bewusst weggelassen wurde.

Drei Teupitz-Lieder

Wenn Sie die Seele der von Ihnen besuchten Stadt besser kennenlernen möchten, hören Sie sich die drei der ihr gewidmeten Lieder an. Es handelt sich um den Marsch „Gruß an Teupitz“ von 1928, das Lied „Brandenburg, Du bist mein Heimatland“ von 2007 und den Foxtrott „Die Liebe erwacht, sie kommt über Nacht am Teupitzsee“ von 1928.

In kurzen Zwischentexten des Teupitzchronisten Lothar Tyb’l, gesprochen von Horst Glang stellen wir ihnen das Entstehen  der Lieder vor.

„Gruß an Teupitz am See“

Hier können Sie in Kürze das Lied hören und en Liedtext dazu lesen...

„Brandenburg, Du bist mein Heimatland“  

Hier können Sie in Kürze das Lied hören und en Liedtext dazu lesen...

„Die Liebe erwacht, sie kommt über Nacht am Teupitzsee“

Hier können Sie in Kürze das Lied hören und en Liedtext dazu lesen...

Text und Musik dieses Foxtrotts sind ein Werk des Berliner  Operetten- und Schlagerkomponisten Carl Alfredy. Es wurde von ihm eigens für das Teupitzer Seefest geschaffen und am 14. Juli 1928 in der bekannten Seegaststätte „Tornow’s Idyll“ uraufgeführt. Wie das beliebte Seefest, geriet auch der für die „goldenen“ 20er Jahre charakteristische Foxtrott in Vergessenheit. Im Musikarchiv der Staatsbibliothek, das die zahlreichen Kompositionen Carl Alfredys aufbewahrt, ist das Lied nicht verzeichnet. Es half ein Zufall. Von einer Berlinerin, auf deren Hochzeit 1928 in „Tornow’s Idyll“ der Schlager gespielt worden war, erhielt der Teupitzchronist Dr. Lothar Tyb’l Noten und Text geschenkt. Am 17. Mai 2003, fast auf den Tag genau 75 Jahre nach seiner Uraufführung, erklang der Foxtrott in der von Kurt Lasseur bearbeiteten Version zur Neueröffnung des Fontaneparks auf der Schlosshalbinsel erstmalig wieder in der Stadt.

Zum Abschlusskonzert des Chorfestes des Landkreises Dahme-Spreewald am 21. Mai 2016  erklang ebenfalls im Teupitzer Fontanepark eine weitere, mit viel Beifall gewürdigte Aufführung der vereinigten Chöre unter Leitung von Tobias Majewski.

(Teupitzchronist L. Tyb'l)