Geschichte der Teupitzer Klinik

Landesirrenanstalt 1908

Die Errichtung der Klinik war ein bedeutsames und einschneidendes Ereignis in der Stadtgeschichte. Zum einen galt die Klinik für ihre Zeit als eine sozial, medizinisch und baulich moderne Stätte und zum anderen war mit ihr die Entstehung eines neuen Stadtteils, des Wärterdorfs, sowie  des denkmalgeschützten Bauensembles in der Lindenstraße mit Schule, Hotel und Postamt verbunden. 

Am 3. Juni 1904 entschied sich der Provinzialausschuss unter den zahlreichen Angeboten zur Errichtung einer ‚Landesirrenanstalt’ für dasjenige der Stadt Teupitz. Ausschlaggebend waren die natürliche Lage, die Verkehrsanbindung an die Bahnhöfe Halbe bzw. Groß Köris sowie an die Kreischaussee und der preiswerte Grund und Boden. Entworfen und errichtet wurde die Anstalt von Prof. Theodor Goecke (1850–1919) für ca. 6,75 Mill. Goldmark im Pavillon-system.

Die feierliche Eröffnung der Hauptanstalt für 1050 Kranke mit einem Lazarett erfolgte am 26. November 1908, der Pensionärsanstalt für 150 Kranke am 1. Mai 1909. Für allgemeine Kran-ken- und Verwaltungszwecke waren vorhanden: Ein Verwaltungs- und ein Küchengebäude, das Maschinenhaus mit Werkstätten, ein großer Landwirtschaftshof, eine großzügige Garten- und Wege­anlage, ein Friedhof mit Kapelle und ein Wärterdorf mit anfangs 52 Wohnungen. Zur Versorgung aller Gebäude wurden eine eigene Zentralheizung, die Strom- und Wasserversorgung sowie die Abwasserentsorgung installiert. Diese sehr moderne, heute denkmalgeschützte Anstalt stand zu Beginn unter Leitung von Dr. Carl Berthold Knörr. 

Aus ihrer weiteren Geschichte:

  • Nutzung als Lazarett im I. Weltkrieg.
  • Krisenhafte Entwicklung danach und Schließung 1923.
  • 1924 bis 1931 Neuaufnahme von ca. 1500 Patienten.
  • In der NS-Zeit Einbindung in das Euthanasieprogramm ab 1939.
  • Während des Zweiten Weltkrieges Unterbringung eines Speziallazaretts der Wehrmacht, von Teilen des Achenbach-Kreiskrankenhauses und des Landesblindenheims.
  • Während der Halber Kesselschlacht im April 1945 waren bei einem Luftangriff Menschen-leben und Gebäudeschäden zu beklagen.
  • Die Besetzung und Inbesitznahme durch die Rote Armee erfolgte am 27. 4. 1945.

 

 Plattform 30 m, Höhe 50 m

 Anstalt im Pavillonstil

 Badeanstalt der Klinik am Tütschensee

 Mit der Anstalt entsteht das Wärterdorf.

1908 entstand mit der Errichtung der Heil- und Pflegeanstalt ein ansehnlicher neuer Ortsteil, das Wärterdorf. Die 13 eingeschossigen Häuser mit ausgebautem Dachgeschoss wurden an zwei Ortsstraßen erbaut, davon 5 Zwei-, 4 Vier- und  3 Sechs-Familienhäuser sowie 1 Acht-Familienhaus, insgesamt 52 Familienwohnungen.

Zugleich wurde 1910 unter Leitung des Architekten Paul Sagert das bedeutsame, seit 2004 denkmalgeschützte Ensemble  der ‚Lindenstraße’ errichtet: Die stadteigene Schule, das Hotel und Restaurant ‚Schenk von Landsberg’, die Kaiserliche Post, die Pentairgasanstalt (inzwischen abgerissen) und zwei ansehnliche Wohnhäuser.

 

Infolge der Anstalt wird 1910 die seit 2004 denkmalgeschützte Lindenstraße erbaut.

Verstrickung in die Euthanasie- Mordaktion

„Im Nationalsozialismus lieferte die damalige Landesanstalt 1884 der ihr anvertrauten Patienten als ‚lebensunwert‘ dem Tode aus. Auf je eigene Weise wurden viele Menschen dabei schuldig. 60 Jahre später gedenken wir voller  Scham der Opfer und rufen das Schicksal der Toten in Erinnerung.“

Die Leiter und Ärzte des wichtigsten und größten Arbeitgebers der Stadt, der Landesanstalt Teupitz,  gehörten bei Kriegsende alle der NSDAP an und vertraten offensichtlich deren rassistische und rassenhygienische Vorstellungen im Gesundheitswesen. Von keinem der Anstaltsleiter, 1934-38 Dr. Noack, 1938-39 Dr. Heinrich Ehlers, 1939-1945 Dr. Felix Großmann, ist bekannt, dass sie sich gegen die nationalsozialistische Erb- und Rassenpolitik gewandt und versucht hätten, die ihnen anvertrauten Patienten vor den schwerwiegenden Eingriffen und schließlich vor der Vernichtung  in der Euthanasie- Mordaktion ‚T4’ 1940/41 zu bewahren. 1439 Sterilisationen in den Jahren 1935-39 und 1884 während der genannten Aktion von hier verbrachte und dann ermordete Patienten wurden bisher ermittelt.

Bekannt ist, dass Dr. Karl Großmann, im Teupitzer Volksmund ‚Knochenkarl’ gerufen und der 1885 geborene Oberarzt Dr. med. Kurt Hellwig, Obersturmführer der SS, seit 1924 in Teupitz ansässig, sofort 1945 verhaftet wurden und wahrscheinlich in sowjetischer Haft oder Internierung  verstarben. Nur zum Schicksal des gleichfalls verhafteten  Kassenleiters Gustav Natebus, Jahrgang 1888 und Mitglied der NSDAP seit 1940, konnte  vom Autor ermittelt werden, dass er 1947 im Lager Sachsenhausen verstarb.

Der nach dem Umbruch 1945 verbliebene Anstaltsarzt, Dr. Karl Sitzler, der zwar ebenfalls der NSDAP angehört hatte und an Sterilisationen beteiligt war, galt zunächst nur als ‚Mitläufer’ und wurde kurzzeitig als Anstaltsleiter eingesetzt. Er soll sich später in die BRD abgesetzt haben. Im Januar 1946 trat ein Nichtmediziner, der Antifaschist Max Glaser als neuer Anstaltsleiter seinen Dienst an.

Von den 155 für das Jahr 1945 gemeldeten Dienst- und Pflegekräften gehörten 108 der NSDAP und ihren Gliederungen an; das war mit 70% der höchste Organisationsgrad im Vergleich mit allen anderen brandenburgischen Anstalten während der Nazizeit, weshalb in der Anstalt und im Pflegerdorf auch separate Zellen der Ortsgruppe der NSDAP gebildet worden waren. Im Rahmen der Entnazifizierung wurden 71 als belastet eingestuft und 10 von ihnen entlassen.

Der unmittelbar nach der Besetzung der Anstalt am 27./28. April 1945  als ‚Sanitäts-kommandant’ für alle dort noch stationierten Krankeneinrichtungen eingesetzte Prof. Dr. Kondeyne  wurde kurze Zeit später von der operativen Gruppe der Sowjetarmee als bei Kriegsende in der Anstalt untergetauchter SS-Führer entlarvt und verhaftet und mit ihm weitere 16 Sanitätsfeldwebel.

Die Klinik hat zu ihrer NS-Vergangenheit schon mehrfach Stellung bezogen. Der frühere ärztliche Direktor MR Dr. D. Häußer und der langjährige Verwaltungsleiter Hans Sußmann machten in der Stadtgeschichte (1974) und Klinikchronik (1987)  die Verstrickung der Anstalt in die Euthanasieverbrechen öffentlich. Auf Initiative der Chefärzte Dr. J. Faiss und Dr. M. Heinze wurde, gestützt auf Forschungsergebnisse einer Gruppe um die Potsdamer Historikerin  Dr. Kristina Hübener, am 10. Mai 2000 im Park der Klinik  der oben abgebildete  schlichte, kollektive Gedenkstein  mit Inschrift eingeweiht.

Drei Stolpersteine vor dem KlinikeingangDrei ‚Stolpersteine’ aus Messing mit eingravierten Namen erinnern seit dem 19. Oktober 2005 vor dem Eingang zur Klinik an die Euthanasieopfer der Nazizeit. Bei Recherchen im Kreisarchiv konnte der Autor 2006 weitere Namen von jüdischen Bürgern ermitteln, die im März 1939 in der Anstalt gemeldet waren, über deren weiteres Schicksal jedoch bisher keine zweifelsfreien Auskünfte vorgelegt werden konnten.

2013 legte Dr. Peter Josef Belli seine Recherchen „Kommunen und NS-‚Euthanasie‘, Zwischenbilanz im Fall Teupitz“ vor, die eine systematische Erforschung der Geschichte der Klinik in der Nazizeit auf die Agenda setzten.

Sowjetisch-russisches Hospital 1945-1994

Ab Mai 1945 erfolgte die Einrichtung des sowjetischen Hospitals im größten Teil der früheren Hauptanstalt einschließlich aller Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude.

Die Kriegsfolgen, insbesondere die katastrophale Ernährung und die beträchtlichen räum-lichen Einschränkungen führten zu einer hohen Sterberate unter den deutschen Patienten.

Zugleich wurden die widerspruchsvolle Entnazifizierung in der Anstalt und deren völlige Reorganisation durchgesetzt.

Das Hospital war der Zentrale der Sowjetarmee in Wünsdorf unterstellt; Struktur, Stammpersonal, Belegungsstärke änderten sich im Laufe der Jahre.

Es gliederte sich in einen Teil für Soldaten, psychisch Kranke, Alkoholiker und einen Teil für Offiziere. Die Stationen: Chirurgie, Physiotherapie, Inneres, HNO, Zahnarzt, Frauen, Entbindung, Sanatorium.

Zu den allgemeinen Einrichtungen zählten ein Club, die Bibliothek, die Einkaufshalle, der Landwirtschaftsbetrieb, die Waschküche, die Wohnunterkünfte und die Wacheinheit.

Die Versorgung der Patienten erfolgte auf einem hohen medizinischen und hygienischen Standard und wurde in Notfällen auch Deutschen gewährt.

Das Stammpersonal umfasste um 500 Personen, darunter eine geringe Zahl deutscher Handwerker und Angestellter wie die Teupitzerinnen Elisabeth Buchholz und Gerlinde Krüger. Die Offiziere dienten gewöhnlich 5, die zivilen Krankenschwestern 3 Jahre in der DDR. Die Kommandanten waren um 1965 Major Wassili Dschobawa und um 1975 Oberstleutnant Gregori Belan.

Die Beziehungen zur Bevölkerung gestalteten sich überwiegend freundschaftlich, besonders zum Anglerclub und Jagdverein; private Kontakte blieben gemäß sowjetischer Regelungen selten. Die vielen Erinnerungen an das Hospital sind in der Stadt noch immer le­bendig.

 
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Verfall der Klinik und Aufbau des Stadtteils „Teupitzer Höhe“

Ein Teil-Areal der 1908 errichten Landesklinik steht seit dem Abzug der russischen  Truppen 1994 leer und verfällt. Es ist denkmalgeschützt und landeseigen.

Ein kleiner Teil seiner Gebäude und der einstige Wirtschaftshof wurden nach 1994 zur Entwicklung des neuen Stadtteils „Teupitzer Höhe“ genutzt.

Der Verkauf des verfallenden Teils liegt in der Hand der Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und -verwertungs GmbH (BBG),  welche für den Grundstückseigentümer Land Brandenburg tätig ist.

 

Kaufobjekt: Verfallende Klinik mit Wasserturm

Das einstige Verwaltungsgebäude


Trotz Verfall vermitteln die Gebäude noch immer ihre Schönheit und ihren Wert.

Postkarte um 1928 mit dem Wasserturm als Wahrzeichen der Stadt

Wasserturm 2016

 Der ebenfalls 1908 errichtete Wasserturm der einstigen Landesklinik verlor trotz seines Verfalls nicht seinen Charme und seine Anziehungskraft.

Mit seinem ca. 50 m hohen Dampfschornstein und einer ca. 30m hohen Plattform könnte der denkmalgeschützte Turm einen beeindruckenden Fernblick über den Teupitzer See und die ihn umgebende märkische Landschaft ermöglichen. Auch das an seinem Fuße befindliche Maschinenhaus harrt, wie die anderen einst geschätzten und heute denkmalgeschützten Klinikgebäude, einer sinnvollen  neuen Nutzung. 

Seine Geschichte ist ein Kaleidoskop deutscher Geschichte. Er diente Kranken und Verwundeten, Deutschen und Russen, Zivilisten und Soldaten,  hörte Bombeneinschläge und Angstschreie, Flüche und Jubel, sah  Gesichter mit Schweißtropfen  sowie in stolzer Freude –  und versank schließlich in Stille.

Aus der Stille wurde im Laufe der letzten Jahre Lethargie, geschuldet den widersprüchlichen Eigentumsregeln im Beitrittsprozess der DDR zur BRD, wenn das auch nicht als gemacht, sondern als naturgegeben offeriert wird, sodass ein Schuldiger schwer zu fassen wäre, so man sich auf die Suche begäbe. Die Chance, die 1945 getrennten Klinikteile nach 1994 zusammen-zuführen, wurde nicht ernsthaft angegangen und schließlich verpasst

Die Größe und Art des Gebäudes, die Denkmalschutzauflagen und kostenintensiven Investitionen erschweren seine Verwertung. Die Interessen der Kleinstadt werden durch den andauernden Verfall der Klinik und ihres Wasserturms empfindlich verletzt; das zu ändern, steht auf der Tagesordnung.

Wie in vielen brandenburgischen Orten ist auch in Teupitz der städtebauliche Aufschwung in den Jahren seit der Wende und der Herstellung der deutschen Einheit unübersehbar.  Die Schaffung von etwa 100 modern ausgestatteten Mietwohnungen und die Errichtung von ca. 40 (von 65 geplanten) Einfamilienhäusern an der Teupitzer Höhe seit 1996 gehört zu den positiven Seiten der widersprüchlichen  Bilanz, welche die Stadt vorweisen kann.

Im Oktober 1996 konstituierte sich die erste der drei privaten Grundstücksgesellschaften bürgerlichen Rechts, die zum Initiator und Träger  der Wohnanlagen an der Teupitzer Höhe wurden. Diese Anlagen entstanden auf einer ca. 30.000 m² Teilfläche  der 1908 erbauten, denkmalgeschützten Landesklinik bzw. des dort von 1945 bis 1994 stationierten sowjetischen Hospitals.

Die 1996 ins Leben gerufene  ‚Grundstücksgesellschaft Teupitz’ erwarb zunächst durch Ankauf  vom Land Brandenburg einen aus dem Jahre 1965 stammenden Plattenbau mit 48 Wohnungen und vier, für die Klinik 1908 erbaute Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 22 Wohnungen. Im Rahmen der ‚Wohnbauförderung auf ehemals militärisch genutzten Flächen’ des Landes  wurden sie, beginnend mit dem Abriss der Hospitalmauer am 18. Oktober 1997, instand gesetzt, modernisiert und vermietet. Zwei weitere Gesellschaften (GbR) folgten diesem Vorbild mit insgesamt 29 Wohnungen in  zwei Wohnblöcken an der Buchholzer Straße und in einem Reihenhaus an der Teupitzer Höhe.

Darüber hinaus wurde von einer Berliner Wohnungsbaugesellschaft (GSW) ein Baugelände für 67 preiswerte Einfamilien- und Doppelhäuser in Massivbauweise angekauft, mit Unterstützung  einer Bausparkasse (BHW) und einer Baufirma (PEV) mit großem Aufwand baureif gemacht,  öffentlich voll erschlossen und in Teilflächen am 4. Dezember 1999 zum Verkauf frei gegeben. Inzwischen sind etwa 40 Häuser fertiggestellt.

Am 2. März 1998 beschloss die Stadt den Straßennamen ‚Teupitzer Höhe’ für diese Wohnanlage und am 11. April 2002  konnte in unmittelbarer Nähe eine große Netto-Kaufhalle für Waren des täglichen Bedarfs  eröffnet werden.

 

Asklepios Fachklinikum Teupitz  und ihre Vorläufer

In der DDR 1949-1990

Seit 1949/50 vollzog sich die Entwicklung der Klinik nach den Richtlinien des Ministeriums für Gesundheitswesen der DDR und infolge der Verwaltungsreform 1952 unter konkreter Leitung des neu gebildeten Kreises Königs Wusterhausen.

Die Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse blieb ein ständiges und kompliziertes Arbeitsfeld der Klinikleitung: 1950 Küche und Wäscherei, 1951 Übernahme eines leer stehenden Krankengebäudes für 100 Patienten vom sowjetischen Hospital, 1953 Ausbau des Gasthauses ‚Zum Sängerheim’ als betriebseigenes Kulturhaus, 1954 Betriebskindergarten im ehemaligen Schützenhaus, 1950/51 Sport- und Tennisplatz. 1958 wurden 70–80% der Patienten in arbeitstherapeutische Maßnahmen einbezogen, u. a. in eine Seidenraupenzucht.

Ein bedeutsamer Fortschritt in der Behandlung der Patienten stellte 1964 die Einführung des ‚Open-Door-Systems’ (System der offenen Tür) dar.

Die Eröffnung einer Neurologischen Abteilung 1965 und der neuen Röntgenabteilung 1978, die Konzentration der Alkoholikerbehandlung ab 1976, der Ausbau der Stationen für suchtkranke Frauen 1985 verdeutlichen beispielhaft die vielen Aktivitäten in jenen Jahren. Nachdem 1971 die geplante Umwandlung der Klinik in ein psychiatrisches Pflegeheim verhindert werden konnte, übernahm deren Leitung der ärztlicher Direktor OMR Dr. med. Dieter Häußer bis 1991.

1986 wurde die Bettenzahl von 580 auf 540 reduziert, um die Qualität der neuro-psychiatrischen Grundbetreuung im damaligen Einzugsgebiet von 5 Kreisen mit 330.000 Bürgern zu verbessern. Die durchschnittliche stationäre Verweildauer betrug etwa einen Monat, für die medikamentöse Behandlung wurden etwa 600.000 Mark/Jahr ausgegeben.

Nach dem Beitritt zur BRD 1990–2005

Nach der Neubildung des Landes Brandenburg und dem Beitritt zur BRD 1990 erhielt die Nervenklinik gemäß ihrer veränderten Stellung die Bezeichnung ‚Landesklinik Teupitz’ und eine neu zusammengesetzte Leitung:

Leitender Chefarzt Dr. med. Peter Runge (1991-1995) bzw. Dr. med. Jürgen Faiss (seit 1995), Verwaltungsleiterin Doris Havenstein, Pflegedienstleiterin Frauke Förster.

Charakteristisch wurden der bedeutende materiell-technische Ausbau der Klinik und die weitergehende Profilierung des Angebots für die Patienten: 1992 schrittweise Ausgliederung des Behindertenbereichs und Reduzierung der Abteilung für sozialpsychiatrische Rehabilitation von 200 auf 36 Plätze in einem Gebäude auf dem Klinikgelände und in der Lindenstraße 3 im Jahr 2000.

1997 Übergabe eines Neubaus an die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, 1998 Eröffnung der psychiatrischen Tagesklinik in Königs Wusterhausen. 1999 Inbetriebnahme der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie in einem fertiggestellten Neubau. 2005 Verleihung des Siegels für optimale Krankenbehandlung (KTQ).

Asklepios Fachklinikum Teupitz seit 2006

Als moderner Gesundheitsstanddort in Brandenburg bietet die Klinik ein umfassendes Leistungsspektrum der Neurologie und Neurophysiologie sowie der Psychiatrie, Psycho-therapie und Psychosomatik.

Für die bestmögliche Behandlung nutzen die Ärzte moderne psychologische Tests, kombiniert mit Laboruntersuchungen und bildgebenden Verfahren. Die Patienten profitieren zudem von tiefenpsychologisch und verhaltenstherapeutisch fundierten Gruppen- und Einzeltherapien, die durch medikamentöse und somatische Behandlungsverfahren ergänzt werden.

Geboten wird das gesamte Spektrum moderner neurologischer Diagnostik und Therapie. Typische Beschwerden, wegen denen Patienten in die Klinik kommen, sind Lähmungen, Gefühlsstörungen, Kopfschmerzen oder andere akute und chronische Schmerzen, Sprachstörungen, Gedächtnisstörungen, Schwindel oder epileptische Anfälle.

Einen bedeutenden Platz nimmt die Behandlung der zunehmenden Suchterkrankungen ein. Eine Suchterkrankung trifft mehr Menschen als vielfach vermutet wird. Sie kann ganz verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich äußern. In Deutschland ist die Abhängigkeit von Alkohol am weitesten verbreitet, aber auch der Konsum mancher Medikamente wie beispielsweise Benzodiazepine kann zu einer Sucht ausarten.

Daneben spielen andere Substanzen wie Cannabis und Chrystal Meth (Methamphetamin) eine große Rolle in der Arbeit für die Patienten. Damit  Betroffene erfolgreich therapiert werden können, ist eine fachlich abgestimmte Diagnostik jeweils die Voraussetzung. Suchter-krankungen sind gut behandelbar. Die Erkennung und Berücksichtigung der hohen Rückfallgefahr stellen einen Schwerpunkt der Behandlung dar. Heutzutage verfügt die Klinik über gut etablierte und spezifische Behandlungsverfahren.