5 x 100. Jubiläum im Jahre 2010 in Teupitz

 

 

 

Schenk von Landsberg 1910

 

1. Am 15. Mai 2010 begeht das Hotel und Restaurant „Schenk von Landsberg"  sein 100. Jubiläum. Als es eröffnet wurde, war die Herrschaft der Schenken von Landsberg auf Schloss Teupitz zwar schon 200 Jahre beendet, aber ihre 400-jährige Residenz hatte tiefe Spuren hinterlassen, sodass sich der Gründer des Hotels, Hugo Müting, keinen treffenderen Namen auswählen konnte. Das Hotel wurde zur ‚Zierde' der Stadt, erwarb sich einen Ruf als exzellente Speisegaststätte im südöstlichen Brandenburg und setzt diese Erfolgsgeschichte in der Gegenwart durch die Hoteliersfamilie Scholz / Jacob fort.

 

 

 

Krügers Waldfrieden

 

2. Am 16. Mai könnte auf der „Ferienanlage Waldfrieden" ein Lobgesang auf Wilhelm Krüger erklingen, der 1910 die Gaststätte „Krügers Waldfrieden" am  Westufer des Sees zu Füßen von Amtmanns Weinberg eröffnete. Mit „Tornow's Idyll" (1896) und dem „Seebad Kleine Mühle" (um 1902) bildete „Krügers Waldfrieden" einst das berühmte Kleeblatt der  drei Teupitzer Seegaststätten. Nach wechselndem Schicksal der Gaststätte hat die Urenkelin des Gründers, Consuela Burkart, im Jahre 2005 mit der „Ferienanlage Waldfrieden" die Traditionen ihres Urgroßvaters wieder aufgegriffen und mit einem Konzept naturnaher Erholung erfolgreich in die Tat umgesetzt

 

 

 

Schule Teupitz

  3. Am 23. Mai 2010 wird die Leiterin der Grundschule, Eva-Cornelia Wetzk, gemeinsam mit den Schülern ganz bestimmt ein großes Schulfest gestalten. Ihre denkmalgeschützte, nach der Wende durchgängig sanierte und mit Aula und Sporthalle bereicherte Schule wurde an diesem Tag vor 100 Jahren feierlich eingeweiht und der einklassige  Schulraum im Kantorat für immer verlassen. Seitdem hat die Schulglocke manche schöne und weniger schöne Stunde eingeläutet. Ein Höhepunkt war zweifellos die Verabschiedung der ersten Absolventen der zehnklassigen  polytechnischen Oberschule „Willi Bredel" im Jahre 1979. 

 

 

 

 

Kaiserliches Postamt 1923

 4. Seit dem Mai 1910 konnten die Teupitzer ihre Liebesbriefe in dem modernen „Kaiserlichen Postamt" auf den Weg bringen. Nachdem 1908 die große Landesklinik eröffnet worden war, wollten die Stadtväter mit einem repräsentativen Postamt den gestiegenen Bedürfnissen nach einer Post- und Fernsprechverbindung Rechnung tragen. Bis zu seiner Schließung im Jahre 1998 wegen der umstrittenen Privatisierung der Bundespost hat es den Bürgern treue Dienste geleistet. Mit seinem neuen Eigentümer, dem Teupitzer Architekten Vilco Scholz, hatte das Haus Glück. Er hat es denkmalgerecht modernisiert und zu einem attraktiven Wohn- und Gewerbeobjekt umgestaltet.

 

 

 

Kettenschulze

 5. Im Sommer 1910 entschied das Königliche Berliner Landgericht,  dass die vom Teupitzer Schlossherrn von Parpart 1903 angebrachte Sperrkette zum Teupitzer See wieder abzunehmen sei. Die „Kommission zur Wahrung der öffentlichen Schifffahrts- und Uferrechte der Bürger von Teupitz und Umgegend" hatte sich nach 7-jährigem Rechtsstreit durchgesetzt. Das 100 Jahre alte Vorbild dieser demokratischen Aktivität und ihres zäh errungenen Erfolges gehört zum wertvollen politischen Erbe der Stadt und der Dahme-Schifffahrt-Teupitz. In Verbindung mit dem 10. Jahrestag der Errichtung der neuen Teupitzer Seebrücke im Juli 2000, wird es die touristische Entwicklung von Teupitz befördern und gegen die Gefahr der Privatisierung des „Tornower Sees" gute Dienste leisten.

 

                                                                            

Text und Bild: Lothar Tyb'l, Teupitzchronist, 1.8. 2009